Aus dem Schulzimmer

Künstliche Intelligenz und Schulen

Beziehungen sind elementar.
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22 January 2021

KI kann Antworten geben. Aber sie kann keine Verantwortung übernehmen.

Im heutigen Tagblatt schreibt die Erziehungswissenschafterin Margrit Stamm über Schulabsentismus und stellt eine wichtige Frage:

Warum sollen Kinder überhaupt noch in die Schule kommen, wenn Wissen jederzeit verfügbar ist?

Eine berechtigte Frage.

Denn Informationen waren noch nie so leicht zugänglich wie heute. KI beantwortet Aufgaben in Sekunden. Lern-Apps erklären mathematische Zusammenhänge oft schneller als jedes Schulbuch.

Aus meiner Sicht liegt ein Denkfehler in vielen aktuellen Bildungsdebatten.

Wenn Wissen immer einfacher zugänglich wird, müsste die Schule doch noch stärker auf das setzen, was sich nicht digitalisieren lässt.

Auf Beziehungen.

Auf Verantwortung.

Auf Orientierung.

Und auf Erwachsene, die da sind.

Trotzdem diskutieren wir darüber, wie Kinder noch selbstständiger lernen, noch mehr Lernwege selbst organisieren und noch mehr Zeit vor Bildschirmen verbringen können.

Das sind meiner Ansicht nach die falschen Fragen.

Ich bin überzeugt: Kinder brauchen im Zeitalter der KI nicht weniger Begleitung durch Erwachsene. Sondern viel mehr.

Ein Bildschirm bemerkt nicht, wenn ein Kind aufgibt.

Eine Lern-App erkennt keine Unsicherheit.

Und keine KI ersetzt eine Lehrperson, die jeden Tag präsent ist, Erwartungen formuliert, Verantwortung einfordert und an ein Kind glaubt.

Wissen wird immer billiger.

Orientierung wird immer wertvoller.

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